Stand: Wed Sep 20 02:13:28 CEST 2017

Transparent-Papier

Wenn Papiermacher vom Fliegen träumen


Jacquestienne de Montgolfier

(1745 - 1799)

Joseph-Michel de Montgolfier
(1740 - 1810)


Sammelbild Liebig Company's
Fleisch-Extract: Die erste
Auffahrt des Luftballons der
Gebr. Montgolfier am 4. Juni
1783


Pastellfarbene
Transparent-Papiere




Im Juni 1783 ließen die Brüder Montgolfier einen Luftballon steigen – einen ziemlich großen Luftballon: Gefertigt aus Leinwand, gefüttert mit Papier, überzogen von einem Hanfnetz und mit mehr als 600 Kubikmetern Fassungsvermögen. In seiner Gondel ein Schaf, ein Hahn und eine Ente. Wenige Monate später erfüllten sich die ersten menschlichen Passagiere in einer solchen „Montgolfiere“ den Traum vom Fliegen. Die moderne Luftfahrt hatte begonnen.

 

Die Brüder Montgolfier waren nicht nur Flugpioniere sondern auch Fabrikbesitzer – Papierfabrik-Besitzer. Um ein Papier zu produzieren, das die Hüllen ihrer Heißluftballons noch besser abdichtete, setzten sie immer feiner gemahlenen Zellstoff ein. Das Papier, das dabei entstand, war dichter und fester als jedes Papier zuvor – und es war milchig-transparent.

 

Heute machen eine Fülle von Farben, Prägungen und anderen raffinierten Oberflächengestaltungen Transparent-Papiere zu einem Bedruckstoff, der Designer immer wieder aufs Neue inspiriert. In der Druckerei gibt es kaum noch Einschränkungen für ihren Einsatz. Mit rein oxidativ oder UV-trocknenden Farben lassen sich Transparent-Papiere meist problemlos bedrucken.

 

Anders sieht es aus, wenn man Transparent-Papiere in seinem Laser- oder InkJet-Drucker im Büro einsetzen will.

 

Normalerweise dauert es beim InkJet-Druck nur Sekundenbruchteile, bis die Tinte ins Papier eingedrungen und getrocknet ist. Transparent-Papier aber ist erheblich dichter als übliche Office-Papiere. Die Druckertinte wird nicht aufgesogen, sondern bleibt als mikroskopisch feiner Tropfen auf der Oberfläche stehen. Die Folge: Ein blasses Schriftbild, das darüber hinaus viel Zeit braucht, um zu trocknen - der Tintenpunkt läuft aus, das Druckbild verschmiert.

 

Das gilt auch für das Zusammenspiel von Transparent-Papieren und Laserdruckern. Um den Toner auf dem Papier zu fixieren, werden im Laserdrucker kurzfristig Temperaturen von 180 bis 200 Grad erzeugt. Dadurch wird das Tonerpulver pastös, dringt in das Papier ein und trocknet wieder. Für das hochverdichtete Transparent-Papier aber läuft dieser Prozess viel zu schnell ab. Anstatt sich gut mit dem Papier zu verbingen, liegt der Toner nur auf seiner Oberfläche auf. Faltet man das Transparent-Papier nach dem Drucken, bricht diese nur aufliegende 'Tonerschicht relativ leicht auf. Die Fixierhitze kann außerdem dazu führen, dass das Transparent-Papier nach dem Bedrucken dazu neigt, sich zu rollen ("curlen").

 

Eine spezielle Beschichtung sorgt bei besonders guten Transparent-Papieren neuerdings dafür, dass diese durchaus befriedigende Ergebnisse im Laser- und monochromen, also einfarbigen InkJet-Druck erzielen.


Transparent-Papiere mit Laser- / InkJet-Garantie gibt es – noch – nicht.


Solche mit Laser-/Inkjet-Eignung finden Sie zum Beispiel hier:

Inapa Clear

Zanders medley clear