Stand: Wed Sep 20 02:12:25 CEST 2017

Offsetdruck

Neue Horizonte für Kreative



Alois Senefelder erfand
1796 den Steindruck
und legte damit die
Grundlagen für den
modernen Offsetdruck.



Steindruckplatte aus Solnhofener Kalkstein. Druckende und nicht-
druckende Bereiche sind
auf einer Ebene.



Die erste Offset-Maschine
wurde 1906 von Caspar
Hermann gebaut.



Prinzip des Offset-Drucks:

  • Seitenrichtige Druckform.
  • Der Druck erfolgt vom Gummituch.
  • Einsatzgebiet: Fast alle Bedruckstoffe.


Offsetdruck ist heute das am häufigsten eingesetzte Druckverfahren. Vor allem bei hohen Auflagen ist es zudem das deutlich kostengünstigste.


Die englische Bezeichnung für den Offset-Druck „lithographic printing“ verrät noch, woher dieses Druckverfahren ursprünglich kommt: Von der Lithografie, dem Steindruck. Inzwischen haben zwar beschichtete Metallplatten den Stein abgelöst – aber das Prinzip ist immer noch das gleiche: Wasser und Fett stoßen sich gegenseitig ab. Die Bereiche der Druckplatte, die später keine Farbe annehmen sollen, werden deshalb in einem ersten Arbeitsschritt mit Wasser benetzt. Danach färbt man die anderen – mit der ölhaltigen (Fett!) Farbe – ein.


Grundsätzlich gilt: Mindestens für jede der vier Farben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz gibt es eine eigene Druckplatte. Moderne Maschinen verfügen über bis zu 12 Farbwerke, die in einem Druckgang beide Seiten 4-farbig bedrucken und zusätzlich noch Schmuckfarben anbringen können.


Der Lithograf druckte noch direkt vom Stein – indem er einen Papierbogen darüber legte und abrollte. So arbeiten heute nur noch Künstler. Der Offsetdruck dagegen ist ein indirektes Verfahren: Die Druckplatte bedruckt zuerst ein Gummituch, anschließend setzt das Gummituch die Farbe auf dem Bedruckstoff ab: Daher auch der Begriff offset“.


Weil das Gummituch weich ist, können so auch Materialien bedruckt werden, die nicht absolut eben sind – also z. B. Papiere mit geprägten Oberflächen. Außerdem nimmt das Gummituch viel von der Nässe auf, die benutzt wurde, um die nicht-druckenden Stellen farb-abstoßend zu machen. Die Folge: Das Papier bleibt trockener als beim direkten Druck.


Seit Caspar Hermann im Jahre 1906 die erste Offset-Druckmaschine baute, hat sich viel getan. In den 60er Jahren entwickelte man ein Verfahren, bei dem mit spezieller Farbe und Plattenbeschichtung ohne Feuchtmittel gedruckt werden konnte.


Weil das Papier auf diese Weise trockener bleibt, sind im Trocken-Offset feinere Druckraster und eine genauere Farbführung möglich.


Der digitale Offsetdruck arbeitet „Computer to Press“ – die Bild- und Textdaten werden vom Computer direkt auf die Offset-Druckplatte übertragen. Die früher aufwendige Druckplattenherstellung entfällt praktisch. Deshalb spart dieses Verfahren viel Zeit – und ermöglicht preisgünstig kleine und mittlere Auflagen in Offsetqualität.


Mit Beginn des neuen Jahrtausends begann dann der UV- und UV-Hybriddruck  (also eine Mischung aus Druck mit UV- und konventionell trocknenden Farben) seinen  Siegeszug. Er ermöglicht nun auch das Bedrucken von z. B. synthetischen Materialien im Offset-Verfahren.


Die modernen UV-trocknenden Farben eröffnen auch in anderer Hinsicht neue Perspektiven für den Offset-Druck: Anders als aus dem klassischen cmyk-Spektrum kann man mit ihnen Gold, Silber, irisierende oder andere Schmuckfarben drucken. Und das eröffnete gerade für die kreativen Köpfe in den Agenturen völlig neue Horizonte.