Stand: Wed Sep 20 02:13:02 CEST 2017

Lichtstabilität und Vergilbung

Aus Weiß wird Gelb

Warum verändert Papier im Lauf der Zeit seine Farbe? Die Antwort auf diese Frage ist heute nicht mehr unbedingt die gleiche, wie vor 50 Jahren. Damals wäre als Verursacher ganz klar das so genannte Lignin ausgemacht worden. Lignin ist der Stoff, der in einer pflanzlichen Zelle die Verholzung bewirkt.

Holzschliff-Herstellung früher

Vor 50 Jahren wurde Papier noch hauptsächlich aus so genanntem Holzschliff (engl. mechanic pulp) hergestellt. Dafür zerschliff man Holz unter Zugabe von Wasser an einem sich schnell drehenden Stein. Anschließend wurde der dunkle Holzschliff gebleicht – meist mit Chlor. Wenn solche „holzhaltigen“ Papiere dann eine gewisse Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, zerfielen die Bleichstoffe langsam. Und das Papier wurde wieder gelb.

Heute sind die meisten Papiere holzfrei – das heißt, sie werden aus Zellstoff hergestellt, der keine Lignin-Anteile mehr enthält. Doch auch ihre Farbe verändert sich nach einer Zeit. Verantwortlich dafür sind die im Papier verwendeten Farbstoffe und die so genannten optischen Aufheller.


Um die Lichtstabilität eines Papiers zu messen, werden Papiere einer Lichtquelle ausgesetzt, deren Stärke und UV-Anteil genau festgelegt ist. In verschiedenen Zeitabständen werden dann die Veränderungen in der Lichtremission gemessen. Wenn zum Beispiel mehr Licht im Grünbereich reflektiert wird, weist dies darauf hin, dass ein roter Färbstoff zerfallen ist.


(Fast) neue Akten



Die selben Akten ein paar Jahre später

Wird weniger blaues Licht reflektiert, ist der Grund hierfür bei holzfreien Papieren meist im Abbau der optischen Aufheller zu finden.


Insbesondere die optischen Aufheller zerfallen meist recht schnell. Wer also will, dass seine Papiermuster-Kollektion lange die ursprünglichen Farben zeigt, der sollte sie so lichtgeschützt wie möglich lagern.